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In den Niederlanden: Keine Hähnchen mehr aus konventioneller Aufzucht im LEH

Die konventionelle Hähnchenmast ist für den niederländischen Lebensmittel-Einzelhandel passé. Bereits seit Anfang 2016 bietet die größte holländische Supermarkkette Albert Heijn nur noch frisches Hähnchenfleisch aus tierfreundlicherer Haltung an. Die anderen Einzelhändler des Landes wie beispielsweise Jumbo und Coop sind zwischenzeitlich ebenfalls auf freiwilliger Basis nachgezogen.

Die Umstellung verlief dabei sehr erfolgreich: trotz der höheren Preise konnte sich der Handel über Absatzzuwächse bei frischem Hähnchenfleisch aus tierfreundlicherer Haltung freuen.

Den Grundstein für diesen Erfolg hat der größte Geflügelfleischvermarkter Plukon Food Group B.V. gemeinsam mit anderen niederländischen Schlachtunternehmen sowie dem Einzelhandel und Tierschutzorganisationen bereits vor einigen Jahren gelegt. Das Tierwohlprogramm, das ursprünglich unter dem Titel „Kip van Morgen“ startete, wurde inzwischen weiterentwickelt und bildet jetzt als „Goed Nest Kip“ die Einstiegsstufe für Produkte aus tierfreundlicher Aufzucht im niederländischen LEH. „Mittlerweile schlachten wir in der Woche 1,3 Mio. Tiere aus diesem Programm und aus Scharrelhaltung“, erklärt CEO Peter Poortinga. Das Scharrel-Hähnchen ist ein weiteres tierfreundliches Aufzuchtskonzept, das neben dem „Goed Nest Kip“ und dem Bio-Hähnchen in den Niederlanden existiert. Es entspricht dem deutschen FairMast Standard und konnte in den letzten beiden Jahren ein stattliches Absatzplus von gut 20 % verzeichnen. Auch das Bio-Hähnchen konnte sich auf dem niederländischen Markt erfolgreich behaupten. Auch hier wuchs der Absatz, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.